Geschichte

Auszug aus dem Programmheft von E–Motion (2001):

Ein kleiner Rückblick ...

ist anlässlich der ersten abendfüllenden Aufführung der Bewegungskünstler bestimmt ganz interessant. Deshalb an dieser Stelle einige Schlaglichter, die die Vergangenheit der Jongliergruppe etwas erhellen. Die Gruppe gibt es nun seit 11 Jahren. Angefangen hat aber eigentlich alles vor 14 Jahren, als an meine erste Schule, an der ich unterrichtete (in Bad Brückenau), ein Referendar kam, der interessierte Lehrer und Schüler in die Geheimnisse des Jonglierens einweihte – damals noch etwas sehr exotisches an Schulen. Von da an war ich vom Jonglierfieber gepackt und wollte auch einmal eine Jongliergruppe gründen.

Nachdem ich endlich an der Schule gelandet war, an der ich bleiben wollte – dem Gymnasium Gilching, wie es damals noch hieß – setzte ich meinen Wunsch in die Tat um und fing mit einigen Schülerinnen im Schuljahr 1990/91 in einer Neigungsgruppe das Jonglieren an. Als Termin kam nur der Freitag Nachmittag in Frage, weil nur da noch eine Turnhalle frei war – die Grundschulturnhalle. Dieser Halle und diesem Termin sind wir bis heute treu geblieben, stellte sich doch heraus, dass das sanfte Hinübergleiten von der anstrengenden Schulwoche in das entspannende Wochenende am Freitag Mittag der (Lern)Atmosphäre und der Kreativität sehr dienlich ist.

In den folgenden beiden Schuljahren vergrößerte sich die Gruppe. Es waren aber immer ausschließlich Mädchen dabei. Die ersten Einräder tauchten auf und wir hatten bereits Auftritte bei Schulfesten und zusammen mit der Schulband ("Samba Pati"). Damals wurden Einradfahrer noch ungläubig bestaunt und wer mit Keulen jonglieren konnte, war der Größte! An den Devilstick wagte sich niemand. Dieses Gerät war auch noch relativ unbekannt.

Ab dem Schuljahr 1992/93 wurden im Rahmen der Lehrerfortbildung Ausbildungslehrgänge für "Bewegungskünste" angeboten. Diese jetzt offizielle Disziplin (auch der Sportlehrerausbildung) war nämlich in den neuen Sportlehrplan und in den Kanon der sogenannten "Differenzierten Sportarten" aufgenommen worden. Ich nahm gleich am ersten Lehrgang teil und absolvierte – nach zwei Wochen Fortbildung in den Fächern Jonglieren, Einradfahren, Akrobatik, Pantomime und Bewegungstheater – meine Prüfung.

Ab dem Schuljahr 1993/94 lief die Jongliergruppe als differenzierter Sport "Bewegungskünste" und die Teilnehmerzahl stieg weiter an. Endlich waren auch ein paar Buben dabei. Wir traten z.B. im "Heide Volm" als Gaukler bei einem mittelalterlichen Fest auf und wirkten von nun an auch jedes Jahr beim Informationsabend für die Viertklasseltern der Grundschule mit.

Zum 20–jährigen Schuljubiläum des Christoph–Probst–Gymnasiums (wie es jetzt hieß) im Mai 1995 konnten wir erstmals vor großem Publikum in der Dreifachturnhalle auftreten (mit "Conquest of Paradise"). Es war ein Traum, den großen Einradpropeller ungehindert ausfahren zu können – in der Aula, in der wir sonst immer auftreten, kämpfen wir mit den beengten Bühnendimensionen! Bei dieser Veranstaltung hat Herr Leitner übrigens sein Debüt als Bällejongleur gegeben!

Langsam etablierte sich die "Jongliertruppe", wie wir uns immer noch nannten und nennen, denn es fällt uns kein anderer, alles umfassender Name ein. Zu erkennen sind wir seit 1994 an den Jonglier–T–Shirts mit dem Einradclown vorne und dem Zirkuszelt hinten drauf. Die Anzahl der Teilnehmer, u.a. aus den 5. Klassen, stieg und stieg. Das Könnensniveau stieg auch beträchtlich. Die Zahl der Jongliergeräte stieg, besonders die der Einräder, die seit Jahren der große Hit sind. Unser "Einradkammerl" platzt aus allen Nähten, noch dazu, weil jetzt auch noch die sperrigen Stelzen, die wir letztes Jahr neu anschafften, darin untergebracht werden müssen.

Im Februar 1998 traten wir zum ersten Mal mit einem umfangreicheren Programm im Rahmen des Faschingskonzertes am CPG auf. Eine Schülerin aus der Jongliergruppe hatte ein Theaterstück mit dem Titel "Party auf Schloss Rattenschwanz" geschrieben. In dieser Aufführung geisterten die Jongleure als Gespenster und Skelette (auf Einrädern) herum, ja tanzten sogar Menuett. Graf Dracula mit glühenden Bällen und Fackeln durfte natürlich auch nicht fehlen und sogar ein Zauberer trat auf.

Im Frühjahr 1999 verabschiedete die Gruppe das Ehepaar Huttmnann mit einer Nummer auf das Musikstück "Time to say good–bye", mit Bändern und Akrobatik mit Tüchern. Im Sommer folgte dann ein Auftritt eines Teils der Jongliergruppe in der Stadthalle Germering anlässlich einer Schulleiterverabschiedung. Zum ersten Mal kamen wir in den Genuss von professioneller Beleuchtung und Bühnentechnik – und so vielen Zuschauern wie noch nie!

Ein Jahr später gratulierten wir dann unserem Schulleiter, Herrn Leitner, zum 60. Geburtstag mit einer pompösen Inszenierung zu den Klängen von "Aida". Herr Leitner durfte die Laufkugel besteigen (gar nicht so einfach – aber er meisterte die Aufgabe bravourös) und sich auch am Tellerdrehen versuchen. Abgerundet wurden solche Highlights durch diverse Auftritte bei Nachbarschaftshilfen, in der Grundschule und regelmäßig in einem Germeringer Kindergarten. Dorthin kommen wir immer in den Osterferien, und den "großen Schülern" macht es jedes Mal einen Riesenspaß, einen Tag mit den "ganz Kleinen" zu verbringen und sie mit drei Vorstellungen zum Staunen zu bringen. Einmal war sogar der Zauberer mit dabei. und auch die Erwachsenen staunen nicht schlecht, wenn sie die Gruppe in den Pausen Eis schleckend auf Einrädern zum Kindergarten radeln sehen!

Innerhalb der – momentan 60–köpfigen – Jongliergruppe bildete sich mit der Zeit eine von mir so genannte "Kerngruppe". Das sind befreundete Schüler/innen, z.T. Geschwisterpaare, die auch außerhalb der Schule jonglieren, Nummern entwerfen und proben. Sie absolvieren eigene Auftritte (z.B. bei der Talentnacht des CPG) und besuchen Jonglier– und Akrobatikworkshops. Diese Gruppe erarbeitete auch die Orfffeuer–Nummer mit den Schwingfackeln für die 25–Jahr Feier des CPG im Sommer letzten Jahres. Wegen des großen Erfolges haben wir sie noch mal ins Programm aufgenommen. Dieser "harte Kern" gab letztendlich den Ausschlag für das Wagnis, einen eigenen Abend mit den Bewegungskünstlern zu gestalten. und so wurden schon in den vergangenen Sommerferien Ideen gesammelt und Projekte diskutiert. Ab September fingen wir gezielt mit der Arbeit an. Die "Neuen" wurden schnell jonglierfit gemacht und gleich in die Choreographien mit einbezogen. Die "alten Hasen" suchten außerdem akrobatikgeeignete Mädchen aus und übten mit ihnen für die große Akrobatiknummer. Nach und nach ergaben sich die Nummern, viele davon wurden von der "Kerngruppe" konzipiert und einstudiert. Kostüme wurden entworfen und genäht, Musiken ausgesucht, der "rote Faden" für das Programm festgelegt. Freitags von 13.00 – 16.00 Uhr ist höchste Konzentration und Kreativität angesagt! Seit jeher auch vor allen Ferien (da allerdings "nur" für Freiwillige) und bei hitzefrei. Ich denke, das muss auch mal gesagt werden.

Dazu kamen heuer noch 5 Probensamstage und unzählige private Proben der "Kerngruppe". und natürlich eine ganze Probenwoche vor der Aufführung. Das Ergebnis dieses sehr intensiven Bewegungskünstejahres und der jahrelangen Aufbauarbeit ist heute Abend zu sehen. Ich denke, der Aufwand und die Mühen haben sich gelohnt!

Übrigens ist es kurios, wie sich im Leben manche Kreise schließen: Der Referendar, der mir das Jonglieren mit drei Tennisbällen beigebracht hat, ist jetzt Sportdozent an der Universität Bayreuth und hat mich gebeten, mit ihm zusammen ein Buch über Bewegungskünste zu erstellen. Für die Bebilderung und Illustration bot es sich an, aus dem Reservoir der Jongliergruppe des CPG zu schöpfen. So wurden die Bewegungskünstler gefilmt und fotografiert und werden bald in einem Buch zu sehen sein. Wer hätte das vor 14 Jahren geahnt ...!

Zum Abschluss dieses "historischen" Ausflugs möchte ich noch ein paar Bemerkungen zum Thema Kunst machen. Der Sport weist ja in vielen Bereichen, z.B. im Tanz, Kunstturnen, Eiskunstlauf, etc. künstlerische Aspekte auf. Das Fach "Bewegungskünste" heißt nicht umsonst so und beinhaltet auch das Bewegungstheater. Schließlich gleichen Inszenierung und Einstudierung einer Jongliervorführung denen eines Theaterstücks. Auch die Musik spielt eine sehr wichtige Rolle. Es macht Spaß, sich als Sportlehrerin künstlerisch zu betätigen! Deshalb finde ich auch folgendes Zitat von dem französischen Komponisten Charles Gounod passend für die Bewegungskünste, im besonderen für die "E–MOTION"–Aufführung: "Die Kunst ist ebenso wenig ein bloßer Traum, als sie eine bloße Nachbildung ist; sie ist weder ausschließlich ideal noch ausschließlich real; sondern sie ist, wie der Mensch selbst, die Begegnung und Verschmelzung beider."

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Ein kleiner Zeitsprung ... 11 Jahre später

Die Bewegungskünstler gibt's immer noch, und sie sind inzwischen zu einer fest etablierten Gruppe herangewachsen, die vom Christoph–Probst–Gymnasium nicht mehr wegzudenken ist. Zwischen 80 und 100 Teilnehmern schwanken die Mitgliederzahlen (das G 8 fordert leider seinen Tribut) und der Jungsanteil ist deutlich gestiegen.

Der Erfolg von E–MOTION im Jahre 2001 spornte uns an, auf diesem Weg weiter zu gehen. Seither gibt es im Zweijahresrhythmus eine große Aufführung (an drei Abenden), dazwischen wird geübt: Die "Neuzugänge" lernen in Workshops von den "Großen" die Grundfertigkeiten des Jonglierens und die "Alten Hasen" üben neue Tricks. Außerdem wird in dieser Zeit zwischen zwei Shows der so wichtige und einzigartige Zusammenhalt der Bewegungskünste–Gruppe (auch bekannt unter dem Kürzel BWK) geschaffen bzw. gefestigt.

Vielfältige Bühnenerfahrung sammelten und sammeln die Schüler bei zahlreichen kleineren Auftritten im CPG, bei Elternabenden, diversen Feiern und Verabschiedungen, bei Vorführungen in Kindergärten, Grundschulen, Nachbarschaftshilfen, auf Theaterfestivals, Christkindlmärkten, Sportveranstaltungen, Mittelaltermärkten und sogar bei Theateraufführungen der Waldbühne Gilching. Oft haben wir dabei mit den Musikern von Herrn Schmitt zusammengearbeitet, einmal sogar als "Jonglierorchester" zusammen mit dem großen Orchester bei Modest Mussorgskys Bilder einer Ausstellung. Bei jedem dieser Auftritte gab es selbstverständlich eine Großpackung Gummibären für alle Jongleure vor dem Gang auf die Bühne – ein Ritual, das sich bis heute gehalten hat.


Nach E–MOTION folgte – 2 Jahre später – die Show Variété am CPG. Wir dachten uns, ein Varieté–Abend mit Jonglage, Tanz und Rhönrad wäre doch eine schöne Sache. Cornelia Ulrich übernahm die Aufgabe der Conférencière, Frau Rädler steuerte Tänzer und Rock'n Roller bei. Ich fragte bei Frau Eberlein und ihrem Wahlkurs Rhönrad an, ob sie Lust hätten, mitzumachen. Diese Anfrage legte den Grundstein für eine lange, kreative und fruchtbare Zusammenarbeit: In insgesamt fünf Shows bestritten die BWKler und die Rhönradler zusammen das Programm.

Für das Sporttheater Sportaculum (dem früheren Olympiatag der bayerischen Schulen) in Landsberg im Jahre 2006 traten wir sogar mit einer gemeinsamen Nummer, den Irischen Träumen, auf.


Von Anfang an mit dabei ist auch Frau Guess mit ihrer Indiengruppe Vikas. Passend zum Motto der jeweiligen Aufführung gestaltet sie mit ihren Schülern das Vorprogramm und die Pause. Dabei werden die Gäste mit leckeren indischen Getränken und Speisen versorgt. Auf diese Weise durften die Zuschauer schon eine indische Straßenszene, eine indische Hochzeit, die vier Elemente – Wasser, Feuer, Erde und Luft –, ein Lichterlabyrinth und die unterschiedlichsten Projekte, die Indien betreffen, erleben.

Zur Vorbereitung der Show zogen wir BWKler uns für ein Maiwochenende in die Turnhallen des Schäftlarner Gymnasiums zurück, wo wir intensiv probten und den Nummern den letzten Schliff verpassten. Die Mühe hatte sich gelohnt, das Variété wurde ein großer Erfolg.


Zwei Jahre später, 2005, wagten wir uns zum ersten Mal in die große Turnhalle zum Abend der Träume – bunte und bewegte Visionen. Das war nicht ganz einfach, denn die Halle musste "verkleidet" werden mit einem riesigen schwarzen Vorhang und schwarzer Folie (unvergesslich, wie ich mit Michael Grellner die lange Leiter zur Hallendecke hinaufgeklettert bin, um dann zusammen mit ihm den Vorhang mühevoll zu befestigen).

Außerdem dunkelten wir Fenster und Dachkuppeln für die Lichttechnik und das Schwarzlicht mit Folie ab. Die Zuschauer saßen alle entweder oben auf den Tribünen oder in der Halle auf Kästen und Bänken. Der Lohn für all' den Aufwand: viel Platz auf der Bühne für weiträumigere Choreographien, v.a. bei den sogenannten Massennummern (d.h. Nummern, in denen alle BWKler mitmachen) und bei den Rhönradnummern. Außerdem konnten wir erstmals eine Choreographie am Trapez und am Vertikaltuch zeigen, was in der Aula bisher stets nur ein Wunschgedanke gewesen war.

Die Übergänge zwischen den Nummern gestalteten die BWKler selbst. Kleine Gruppen von Mitwirkenden überlegten sich Geschichten, die sie darstellten oder erzählten, um in die nachfolgende Nummer überzuleiten und den Helfern beim Umbau der Bühne Zeit zu verschaffen.


Es war eine positive Erfahrung, so dass wir 2007 beschlossen, mit dem Programm von Tangram – Teile eines Ganzen wieder in die Turnhalle zu gehen.
Diesmal waren wir schon Profis im Verkleiden und Abdunkeln der Halle. Die Technik wurde auch professioneller, denn ein ehemaliger Schüler versorgte uns mit Traversen, Scheinwerfern und sonstigem Equipment für Licht und Ton. Bedient wurde die Licht– und Tontechnik allerdings nach wie vor hauptsächlich von Schülern des Wahlunterrichts Videoaktiv. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Die abendlichen Vorbereitungen für den Auftritt liefen auch immer professioneller ab: festgelegte Umkleideräume – bestückt mit Ablaufplänen – für die einzelnen Gruppen, jeder Mitwirkende verfügte über einen beschrifteten Karton, in dem sich die persönlichen Kostüme, Jongliermaterialien und sonstige Utensilien befanden. Auf dem Turnhallengang war die "Schminkstraße" eingerichtet mit zahlreichen Schminkhelfern, nach festem Plan ging's dann ab zum Frisieren bei den Frisurspezialistinnen, Abschlussbesprechung kurz vor dem Auftritt, Gummibärchen und dann: toi, toi, toi!

Bei Tangram waren die Alphornbläser aus Gilching und ein bekannter Flamencogitarrist bei uns zu Gast. Zu seinen Klängen tanzte auch eine unserer Bewegungskünstlerinnen. Außerdem spielten das Orchester von Herrn Schmitt und die Band von Herrn Dahlem etwa die Hälfte der Showmusik live (vor allem "Fluch der Karibik"). Wieder eine neue Erfahrung und eine fruchtbare Zusammenarbeit, besonders als wir nach den Proben auf die Klavierversion von "Fluch der Karibik" erfreut feststellten, dass unsere ausgeklügelten Schlagrhythmen mit den Jongliergeräten exakt mit denen der Orchesterversionen übereinstimmten.
Der Kunstlehrer, Herr Glöckler, hatte mit seinen Klassen 50 Fächer für unseren Fächertanz zu den Klängen der Flamencogitarre gebastelt und half uns auch beim Erstellen des Riesentangrams.
Durch den Abend führte gekonnt Herr Fömpe als souveräner und vielseitiger Moderator.


Zwei Jahre später – 2009 – beschloss das Kreativteam, also die Gruppe von BWKlern, die eine Aufführung konzipiert (diesmal bereits auf 13 Mitglieder angewachsen), die Aufführung wieder einmal in der Aula zu präsentieren. Neu war in diesem Jahr, dass auch der erstmalig stattfindende Grundkurs Bewegungskünste in die Show einbezogen wurde.
Das Motto: Globulus – eine bewegte Welt. Eine Reise um die Welt, ausgehend von einer Geographiestunde im CPG. Unser Tourist "reiste" in verschiedenste Länder und machte Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Leuten: mit Wiener Einradtänzern, Capoeira–Kämpfern, einer ägyptischen Mumie, einem Eisbären, brasilianischen Flaggenschwingern, afrikanischen Bällekünstlern, irischen Keulenclowns, teuflischen chinesischen Reisbauern und indonesischen Lichtertänzerinnen.

Ein Highlight war der Showtanz auf das Lied "One" aus dem Musical "A Chorus Line". 31 glamourös gekleidete Tänzerinnen und Tänzer mit Goldzylindern und das Ehepaar Mertschat mit ihrer Stepptanz­einlage zauberten echte Broadwayatmosphäre auf die Bühne. Das war mal was ganz anderes für uns BWKler – alle "Tanz–Künstler" hatten viel Spass dabei.
Die Rhönradler von Frau Eberlein waren natürlich auf dieser Weltreise auch dabei, sowie die Ballettgruppe von Julia Smolinski und die Bollywoodtanzgruppe von Frau Wolff–Lieser.

Diesmal entwarfen und malten wir für alle Länder entsprechende Bühnenbilder. Die Lichttechnik wurde von der Firma "Limelight" gestellt und die Schülertechnikgruppe verlieh den Nummern mit ihrer Hilfe einen wirklich professionellen Schliff. Das wurde sogar in einem Zeitungsartikel extra erwähnt!
Für diese Aufführung führte ich das sogenannte "grüne Buch" neu ein, in dem alle Choreographien mit den jeweiligen Mitwirkenden, Kostümen, Musiken, sowie alle Ideen, Organisatorisches, To–do–Listen und vieles mehr eingetragen wurden. Es begleitete alle Proben, so dass wichtige Informationen jederzeit präsent waren und der Überblick gewahrt blieb.

Neu war auch, dass die sogenannten Kreativteamtreffen regelmäßiger und häufiger statt fanden, sei's in einer Umkleide, in der Halle, in einem Klassenzimmer oder im Freien. Über jedes Treffen wurde ein detailliertes Protokoll verfasst.

Am neuesten aber war das sogenannte BWK–Forum im Internet, das einige BWKler einführten. Unter dem Leitspruch: "Ein Werk – ein Team – ein Ziel – Bewegungskünste am CPG" konnten nun die Choreographen jederzeit miteinander kommunizieren, Informationen austauschen und zügig Entscheidungen fällen. Auf über 1000 Beiträge summierten sich die Gedanken, Überlegungen, Fragen und Kommentare der BWKler im Forum!

Übrigens ist auch die Menge an Gummibärchen (natürlich die aus der Apotheke!), die es traditionell jeden Freitag und bei den Treffen für die Kreativteamler gibt, durch die größere Zahl an Verantwortlichen gewaltig gestiegen.

Letzte Neuerung bei Globulus: Wir fuhren wieder ins Kloster Schäftlarn für ein Probenwochenende. Dort probten wir – abgeschieden von der Welt in den beiden Schulturnhallen – sehr intensiv. Unterbrochen wurde die Arbeit nur von Mahlzeiten in der Halle oder im barocken Speisesaal des Klosters bzw. im Klosterbräustüberl, und natürlich von einigen Schneeballschlachten, denn es schneite fast ununterbrochen.
Abends gab's eine Nachtwanderung, Spiele, Singen und eine Traumreise. Die Schlafenszeit in den Hallen fiel eher kurz aus, das Kreativteam war bis spät in die Nacht mit der Erstellung von Probenplänen (nicht einfach, auszutüfteln, welche Nummern parallel geprobt werden können ohne allzu viele Überschneidungen bei den Mitwirkenden) und Organisatorischem beschäftigt.
Aber das Ergebnis war eine eingeschworene BWK–Truppe und ein gewaltiger Fortschritt beim Probenstand der Nummern.

Doch, es gab noch eine Neuerung bei Globulus: Wir entwarfen Flyer und ließen sie bei Profis drucken. Auch das Programmheft in Farbe mit Kurzartikeln und Fotos zu den einzelnen Nummern sowie einer Reiseroute unseres "Touristen" war sehr gelungen und konnte sich wirklich sehen lassen.
Dazu holten wir zum ersten Mal Sponsoren mit ins Boot.


Kaum waren der Stress, die Anspannung und das Hochgefühl (das lange angehalten hat!) nach unserer Weltreise einigermaßen verarbeitet, da zeichnete sich schon die nächste Großveranstaltung ab: Frau Eberlein ging 2010 in den Ruhestand und wollte sich vom CPG mit einer Aufführung ihrer Rhönrad–Gruppe verabschieden.
Diese sollte natürlich in der Turnhalle statt finden. Dazu eingeladen waren wir BWKler, die Rhönradabteilung des TSV Gilching–Argelsried, die Würzburger Rhönradler der Schwester von Frau Eberlein, die Ballettgruppe von Julia Smolinski und Jeannette Jäger sowie die Hip–Hopper von Frau Wolff–Lieser.

Diesmal wandelten wir nur zwei der drei Turnhallen in ein Sporttheater um, indem wir die Wände mit blauen Vorhängen verkleideten, den schwarzen Bühnenboden auslegten und die Zuschauer nicht nur oben sondern auch in der Halle auf Tribünen platzierten. Das Ambiente wurde dadurch deutlich heimeliger und "theaterhafter".
Die Licht– und Tontechnik verbesserte sich noch einmal deutlich, das Bühnenbild mit geometrischen Formen gestalteten wir wieder selber.
Zur Festigung der Nummern veranstalteten wir ein Probenwochenende kurz vor der Show, wir blieben in Gilching und probten und übernachteten in unserer Turnhalle.

Im Juli brachten dann alle Gruppen unter dem Motto: Kaleidoskop – Farben, Formen, Fantasien vielfältige Splitter eines bunten Kaleidoskops auf die Bühne. Dieses "Kaleidoskop" wurde am Schluss durch ein Riesenkaleidoskop in Form von hintereinandergestellten immer größer werdenden Rhönrädern symbolisiert, aus dem dann die mitwirkenden Gruppen herausströmten. Die Improvisationstheatergruppe "Improbst" von Herrn Habich verband die einzelnen Splitter mit witzigen Sketchen.

Natürlich gab es auch nach dieser Show die obligatorische DVD, professionell gefilmt und bearbeitet von Schülern der Gruppe "Videoaktiv" und der "Special Biff Production". Das sind immer wieder tolle Erinnerungen an unvergessliche Auftritte. Vor allem zeigt der Film die Nummern auch aus ungewohnten Blickwinkeln und hebt mit Nahaufnahmen Details hervor, die dem Zuschauer und auch den Mitwirkenden oftmals entgangen sind.
Seit einiger Zeit wird die Premiere der Auftritts–DVD von uns BWKlern gebührend mit einer Präsentation des Films in der Aula bzw. Mensa gefeiert. Natürlich an einem Freitag Nachmittag, wie könnte es anders sein! Dazu gibt's eine Konfettikanone als Startzeichen und Pizza für das leibliche Wohl.


Wenn es schon um Traditionen geht, muss hier auf alle Fälle auch das berühmte BWK–Kammerl erwähnt werden. Dabei handelt es sich um den jeweiligen Raum, in dem unsere Jonglierutensilien aufbewahrt werden. In der Anfangszeit, also in den 90ern, hatte die spärliche Ausstattung noch im "Jonglierkoffer" Platz. Nach und nach kamen immer mehr Geräte dazu, v.a. auch Einräder.
Deshalb sahen wir uns in den Umkleiden der Turnhallen um und fanden die Schiedsrichterkabinen, die wir nach und nach in Besitz nahmen: eine für Einräder, eine für Stelzen, eine für Hocheinräder. Der Rest der Geräte war in Boxen auf einem Regalbrett über der Kammerltür.

2002 hatte die Platznot ein Ende, wir bekamen den sogenannten "Käfig" im Treppenaufgang bei den Turnhallen. Ein Traum! Alles stand übersichtlich in beschrifteten Boxen auf Regalen. Der Käfig wurde dann auch zum Treffpunkt vor Aufführungen. Dort nahm jeder sich seine Geräte und inzwischen auch die Kostüme, die er für seinen Auftritt brauchte.
Leider kam nach einigen Jahren die Brandschutzkommission ins CPG und machte unserem liebgewonnen Käfig den Garaus .....
Da nichts Brennbares in den Gängen stehen durfte, mussten wir mit allen Boxen in eines der Schiedsrichterkammerl umziehen. Da war intelligente Stapeltechnik bis hinauf zur Decke gefragt, und das Ein– und Ausräumen musste in pingeliger Ordnung vonstatten gehen, denn sonst ging die Türe einfach nicht zu!

Der neue Anbau an das CPG bescherte uns dann allerdings 2008 eine tolle Überraschung. Ein Raum bei der neuen Turnhalle wurde uns zur Verfügung gestellt, und jetzt haben wir ein BWK–Kammerl, das man so eigentlich gar nicht mehr nennen kann, denn es bietet mit seinen Regalwänden und dem Schrank für die Kostüme wirklich viel Platz. Wir haben sogar die Möglichkeit, Plakate, Probenfotos und andere Erinnerungen aufzuhängen. und die drei Laufkugeln sind auch untergebracht. Ein Traum!
Sogar mit eigenem Türschild Bewegungskünstekammerl. Übersichtlich sind alle Geräte, Kostüme und sonstigen Utensilien geordnet und beschriftet, es gibt sogar eine Inventarliste, denn inzwischen ist unsere Ausstattung nach all den Shows sehr ansehnlich geworden.


Genauso untrennbar wie das Kammerl ist auch das sogenannte Jongliershirt mit den BWKlern verbunden. Ein befreundeter Jongleur, der mit mir die BWK–Ausbildung (1993) gemacht hat, entwarf zwei typische Jongliermotive für ein T–Shirt: den Clown auf dem Einrad und das Zirkuszelt mit dem Schriftzug Bewegungskünste. Es gefiel mir so gut, dass ich es seit 1994 auch für meine Gruppe drucken ließ. Ab diesem Zeitpunkt zogen wir für unsere Auftritte (außer natürlich bei den großen Shows) immer unsere Jongliershirts, quasi unser Erkennungszeichen, an.

Letztes Jahr hatte eine ehemalige BWKlerin die Idee, ein neues Motiv zu kreieren und macht sich ans Werk. Das Ergebnis: jonglierende Hände mit verschiedenen Jongliergeräten und ein künstlerischer Schriftzug Bewegungskünste am Christoph–Probst–Gymnasium. In langen Beratungen stimmten alle BWKler über unterschiedliche Varianten ab, und seit kurzem ist die Gruppe in den brandneuen Jongliershirts zu sehen.
Auch in unserer nächsten Show werden die Shirts beim bunten Finale zum Einsatz kommen.


Ja, es ist wieder so weit: Im Sommer 2012 kommt Azuro – die Geschichte von Blauland auf die Bühne. Wir haben uns erneut für die Turnhalle entschieden, und diesmal dürfen wir auch alle Zuschauer in die Halle setzen, so dass die Tribüne für die Technik reserviert bleibt und das Ambiente durch die stärkere Einheit von Publikum und Bühne bestimmt heimeliger wird.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, das Kreativteam ist noch mal angewachsen auf 16 Mitglieder. In bewährter Manier sind die Nummernchoreographien und Einstudierungen auf Zweierteams verteilt, das BWK Forum wird fleißig besucht, die Sponsorentour (mit BWK–Trailer auf dem Laptop und einem Sponsorenschreiben zum Verteilen) ist gestartet, die Kostüme werden ausgesucht bzw. genäht, das Bühnenbild gebastelt, das Logo für die Flyer wird gestaltet, die Artikel und Fotos fürs Programmheft sind in Vorbereitung, Probensamstage und finale Proben festgelegt und im Belegungsplan der Turnhallen eingetragen, die Lichttechnik ist geplant und bestellt.

Auch unser Probenwochenende – diesmal wieder in Schäftlarn – haben wir 80 BWKler Ende Januar erfolgreich absolviert. Die Gruppe ist zusammengeschweißt: Zwischen den "alten Hasen", die heuer sogar ein entsprechendes T–Shirt für Schäftlarn bekommen haben, und den "Neuen" gibt es keine Unterschiede und man spürt den "BWK–Geist", der die Gruppe so einzigartig und familiär macht.
Das liegt natürlich auch daran, dass der Wahlunterricht BWK jahrgangsübergreifend statt findet, d.h. Groß und Klein üben zusammen und arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin. Es gibt z.B. auch viele Geschwisterpaare in der Gruppe (heuer sind es 15!), wobei auch Geschwisterkinder aus der Grundschule mitmachen dürfen.

Diesen besonderen Zusammenhalt bemerkt man unter anderem daran, dass etliche Ehemalige immer wieder mal am Freitag Nachmittag zu Besuch in die Grundschulhalle kommen. Für Azuro sind sogar zwei BWKler, die letztes Jahr Abitur gemacht haben, im Kreativteam dabei und kümmern sich maßgeblich um die Technik und Details rund um die Nummern. Auch nach Schäftlarn fuhren einige ehemalige "alte Hasen" mit und unterstützten ganz selbstverständlich die Proben.


Ja, und das allerneueste ist nun unsere eigene BWK–Homepage, die Lukas Bonauer mit viel Zeitaufwand, vielen guten Ideen und exzellentem technischem Know–how konzipiert hat. Dort findet man alles Interessante rund um die Bewegungskünste und unsere Gruppe und die Mitglieder können bequem alle Informationen, Probenpläne etc. nachschauen.
Die Zeiten ändern sich, wie man sieht, aber was bleibt, ist die Grundschulhalle, die am Freitag Nachmittag von einer bunten Truppe quirliger BWKler bevölkert ist – unter der Leitung der "Hasenmama".


April 2012, Karin Ganslmeier

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Noch zwei Jahre später....

Mit sehr großem Aufwand und viel handwerklicher Arbeit für das Bühnenbild haben wir Azuro auf die wirklich professionell gestaltete Bühne gebracht. Die Turnhalle war nicht wiederzuerkennen und die Bühnentechnik brillierte im wahrsten Sinne des Wortes mit der lichttechnischen Untermalung der Nummern. Erstmals hatten wir eine geschlossene Story als Aufführungsthema gewählt und dieses Konzept überzeugte sowohl die Darsteller als auch die Zuschauer. Wir waren eine große Fizzli-Puzzli-Gemeinschaft! Zum ersten Mal waren auch ausschließlich wir Bewegungskünstler auf der Bühne. Ein Novum stellte auch unser gemeinsamer BWK-Tanz am Ende der Aufführung dar auf "Let's get loud". Eine schwere Geburt, denn Jungs und Mädels aller Altersstufen mussten unter einen Hut gebracht und mehr oder weniger zum Mitmachen animiert werden! Neu war auch die kleine Ausstellung im Eingangsbereich mit Fotos vom Probenwochenende in Schäftlarn und den Probensamstagen, mit sämtlichen Probenplänen sowie mit einem Zeitstrahl über die Entstehung von Azuro.


Im folgenden Schuljahr hatten wir einen großen Zulauf von Fünftklässlern, die bei uns mitmachen wollten. Sie wurden in Kleingruppen von den "Alten Hasen" eingewiesen in die diversen "Kammerl" und Gebräuche der BWKler. Das neue Kreativteam – angewachsen auf 20 Mitglieder – wurde bestimmt, und es gab viele leuchtende Augen bei den Neuen. Das Schuljahr über machten die "Alten Hasen" die Neuen (und nicht nur die) mittels Workshops fit in den Grundlagen der Jonglage und der Akrobatik. Außerdem standen zwei externe Workshops an Wochenenden auf dem Programm: Akrobatik mit Toni Schneider von der ZHS (immer wieder ein tolles Erlebnis) und Cheerleading mit einer ehemaligen BWKlerin. Die ersten Nummernideen für eine neue Show entstanden.

Im Laufe des Jahres absolvierten wir einige Auftritte im CPG (auf einer winzigen Bühne in der Mensa, da die Aula renoviert wurde). Die Grundschule Wörthsee lud uns im Juli 2013 zu ihrem Projekt "Bühne frei!" ein. Wir zeigten eine kleine Show und führten danach die Grundschüler in diversen Workshops in die Grundlagen der Bewegungskünste ein. Alle hatten viel Spaß, sowohl die Grundschüler, die ganz eifrig übten, wie auch die Workshopleiter, die schnell einen guten Draht zu den "Kleinen" fanden und ganz selbstverständlich didaktische und methodische Prinzipien anwendeten, die sie selbst in den Workshops an den Freitag Nachmittagen erlebt und gelernt hatten. Sogar unsere Fünftklässler erwiesen sich als souveräne Übungsleiter. Da geht einem als Lehrer das Herz auf und ich war richtig stolz auf meine Truppe.

In diesem "Konsolidierungsjahr" fingen wir natürlich auch schon mit den Planungen für die nächste Show an. Schnell war klar, dass das geschlossene Konzept sehr reizvoll ist, und so kamen wir auf die Idee, eine Geschichte in Anlehnung an den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" zu schreiben (nach einem Probensamstag mit anschließender Übernachtung in der Turnhalle). Bald war auch ein Titel gefunden – nach vielen kreativen Vorschlägen und langen Diskussionen: Déjà vu – Jeden Tag der gleiche Zirkus?. Über die Sommerferien machten wir uns konkrete Gedanken zu den Nummern. Die Nummernleiter und der Hauptdarsteller standen bereits fest.


Das neue Schuljahr begann dann auch mit einem Schnellkurs für die Neuen, damit die gezielten Proben für die Nummern bald starten konnten. Wir beteiligten uns außerdem am aktuellen Comeniusprojekt mit dem Thema "Performance on stage". Im November 2013 kamen die Vertreter der beteiligten Schulen (Schüler und Lehrer) aus Italien, Holland und der Türkei zu uns ans CPG. Im Rahmen einer Woche voller künstlerischer Projekte boten wir BWKler Jonglierworkshops an und studierten mit den vierten Klassen der Arnoldus Grundschule zwei bayerische Volkstänze ein. Zum Abschluss der Projektwoche führten alle Beteiligten die Workshopergebnisse in einer kleinen Show vor. Einige BWKler sind auch feste Mitglieder im Comeniusteam. Das bedeutet, dass sie im Mai 2014 in Den Haag beim zweiten Comeniustreffen dabei waren und auch dort Workshops für holländische Grundschüler und für die anderen Teilnehmer gaben.

Außerdem nahm eine Gruppe von BWKlern am traditionellen Jongliertag am Viscardi Gymnasium in Fürstenfeldbruck teil. Das ist ein Treffpunkt von Jonglierbegeisterten und es sind auch einige Profis dabei. Einige unserer Schüler gaben auch dort Workshops und machten bei der Open Stage Show mit.

In altbewährter Weise laufen die Vorbereitungen für Déjà vu ab. Das inzwischen traditionelle Probenwochenende im Kloster Schäftlarn mit Proben und Programm fast rund um die Uhr fand im März statt, für die Freitage gibt es feste Probenpläne (auf der Homepage für alle nachzulesen und zusätzlich liebevoll gestaltet an unserem BWK-Brett gegenüber der Mensa aufgehängt), einige intensive Probensamstage mit leckerem Buffet am Mittag haben wir schon hinter uns sowie viele Kreativteamtreffen am Freitag nach den Proben, in denen die organisatorischen Dinge geregelt aber auch künstlerische Fragen mit viel Herzblut erörtert werden. Da geht es z.B. auch um Gestaltung, Schriftart und Farben des Flyers. Über jedes Pixel wird diskutiert und abgestimmt! Das Ergebnis kann sich dafür auch wirklich sehen lassen.
Zu Hause sind wir BWKler über das BWK-Forum vernetzt, und da wird fleißig hin- und hergeschrieben in den diversen thematischen Threads. Musiken für die Nummern und Kostüme müssen gesucht und gefunden/geschnitten/gekauft/genäht werden.
Heuer sind auch wieder die Balletttänzerinnen des Wahlunterrichts Ballett dabei und wir wollen einen Teil der musikalischen Untermalung live vom Schulorchester spielen lassen. Das ist eine zusätzliche logistische Herausforderung! Gut, dass wir uns um die Pausenverpflegung nicht auch noch kümmern müssen. Wie jedes Mal übernimmt dies die Indiengruppe von Frau Guess.

Nach wie vor kommen am Freitag Nachmittag immer wieder ehemalige BWKler bei uns in der Turnhalle vorbei. Ein schönes Zeichen dafür, dass BWK nicht nur ein Wahlunterricht sondern eine große Familie ist. Nun sind alle schon sehr gespannt auf den Höhepunkt des BWK-Jahres, auf <Déjà vu>!


Juni 2014, Karin Ganslmeier

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Und nochmal zwei Jahre später....

Die Show Déjà vu im Sommer 2014 war ein voller Erfolg und alle Bewegungskünstler und die ca. 1200 Zuschauer waren begeistert. Dementsprechend hatten wir im neuen Schuljahr 2014/15 großen Zulauf bei BWK. Routiniert führten die Alten Hasen die Neuen ein und fingen auch gleich mit den Workshops an, um alle gezielt auf die nächste Show vorzubereiten, die im Sommer 2016 stattfindet. Bis dahin hatten wir viele kleinere Auftritte.

Mit jeweils einer Nummer aus Déjà vu traten wir zwei Mal beim Nachwuchswettbewerb „Talents“ im GOP Varietétheater in München auf. Es ist schon ein erhebendes Gefühl, unter professionellen Bedingungen auf einer Profibühne zu stehen!
Bei den Bundesligaspielen der GCDW-Volleyballer heizten wir vier Mal jeweils in der Pause die Stimmung mit fetzigen Nummern an.
Im Februar 2015 wirkten wir beim Faschingskonzert des Akkordeonorchesters der Musikschule Gilching mit.
Die private Uni Campus M21 lud uns gleich zwei Mal ein. Bei der Weihnachtsfeier 2014 zeigten wir weihnachtliche Nummern im Münchner Club „Neuraum“. Beim Elite Award im Januar 2016 unter dem Motto „Barock it“ brachten wir eine Bälle- und eine Leuchtkeulennummer in edlen Barockgewändern auf die Bühne im Hubertussaal des Nymphenburger Schlosses. Die eindrucksvollen, auf die Musik programmierbaren LED-Keulen sind unsere neueste Errungenschaft.
Im Sommer 2015 waren wir als Straßenkünstler beim Germeringer Kunst- und Musikzauber unterwegs. Mit einem Leiterwagen voller Jonglierutensilien zogen wir von Laden zu Laden. Sogar einen Kartentrickkünstler hatten wir dabei. Eine neue, lustige Erfahrung!
Im Rahmen der Veranstaltung Rhythm of the night des P-Seminars Bewegungskünste standen wir mit einigen Nummern zur Livemusik der Schulband „Asgon“ auf der (dreieckigen!) Bühne im Mensahof bei schönstem Sommerwetter. Ein Novum war die Akrobatiknummer im Verbindungsgang zum F-Trakt im ersten Stock – fließende Pyramiden zu Panflötenklängen von unten.
In der Limes Grundschule in Neuaubing gestalteten einige BWKler das Sommerfest mit einem Auftritt und anschließenden Schnupperworkshops mit.


Im Schuljahr 2015/16 ging es dann bereits zu Beginn mit großen Schritten auf die große Show zu. Nach vielen Diskussionen hatten sich die 24 Kreativteamler auf den Titel Panta Rhei – im Fluss der Zeit geeinigt. Es wird eine Zeitreise werden, vom Urknall bis in die Zukunft. Die ca. 35 neuen Schülerinnen und Schüler wurden, wie gewohnt, schnell in die aktuell 110-köpfige BWK-Truppe integriert und mittels Workshops fit gemacht. Es gab auch einige Neuerungen: So tragen sich die BWKler jetzt selbst in die ausgehängten Anwesenheitslisten ein, Ausleihe von Geräten und Rückgabe erfolgt nach wie vor eigenverantwortlich durch Eintrag bzw. Ausstreichen in der berühmte Ausleihliste, das Bezahlen von bestellten Jongliergeräten, Jongliershirts etc. erfolgt auch selbständig. Funktioniert prima! Neu ist auch die Information über Probenpläne, Termine, Probensamstage usw. über die interne Seite unserer Homepage. Die Schüler schauen dort nach, was ansteht und ich brauche nicht für alles Zettel kopieren. Natürlich ist alles auch auf unserem BWK-Brett nachzulesen. Nach wie vor gibt es das BWK Forum in dem das Kreativteam miteinander kommuniziert. Allerdings ist jetzt auch viel Information via Whatsapp unterwegs. Das geht noch schneller.

Im Januar fand zum fünften Mal unser Probenwochenende in Schäftlarn statt. Mit allen Traditionen, die einfach dabei sein müssen: Der „schiefe Turm von Pizza“ aus 88 Pizzakartons, Nachtwanderung mit Fackeln, Frühstück im barocken Speisesaal im Kloster, Mittagessen im Klosterbräustüberl, aufregendes „Spiel des Lebens“ und natürlich Proben, Proben, Proben und kurze Nächte in der Turnhalle. Mit 110 Schülern war das heuer eine logistische Herausforderung. Aber das Kreativteam hat alles souverän gemeistert. Auch einige Ehemalige waren dabei, und am Samstag kamen überraschend noch fünf „Alt-BWKler“ zu Besuch! Die Sehnsucht nach BWK ist einfach so groß. Auch am Freitag Nachmittag schauen immer wieder mal Ehemalige vorbei, einige sind sogar jeden Freitag da und wie zu Schulzeiten fest im BWK Team.
Immer wieder schön ist es, zu erleben, dass die Truppe so familiär ist. Meist kennt man von liegengebliebenen Shirts, Jacken, Brillen etc. sogar sofort den Besitzer, weil wir so oft und intensiv zusammen sind. Und es ist nach wie vor reizvoll, dass wir zahlreiche Geschwisterpaare in der Gruppe haben, und die Zusammenarbeit von jungen und älteren Schülern ist einfach sehr erfrischend und rührt mein (Pädagogen-)herz.

Bis zum Sommer konnten die BWKler noch bei etlichen Auftritten Bühnenerfahrung sammeln, so z.B. bei der Veranstaltung „Vertriebene für Vertriebene“ im Gasthof Widmann in Gilching und, wie jedes Jahr, beim Infoabendauftritt in der Aula. Auch beim Viscardi-Jongliertag waren wir wieder dabei und heuer wurden wir sogar nach Tübingen zu einem befreundeten Zirkus eingeladen und zeigten dort eine Akronummer. Auch bei einer Geburtstagsfeier in Pähl am Ammersee waren wir als Überraschungsgäste dabei.

Jetzt stehen noch Auftritte in einem Gilchinger Kindergarten, beim Festival „Feuer und Flamme“ in Herrsching an (wieder als Straßenkünstler), beim Sommerfest des CPG, bei der Festa Italiana auf dem Gilchinger Marktplatz........ und dann kommt Panta Rhei.

Nach der fulminanten Show Déjà vu haben wir uns entschlossen, wieder einmal in die eher varietéhafte Aula zu gehen. Dort waren wir zuletzt mit Globulus im Jahr 2009. Das erfordert ein ganz anderes Planen und Choreographieren der Nummern. Auch die Technik setzt andere Schwerpunkte. Es wird keine Luftnummern geben, dafür haben wir jetzt einen 4m hohen Pole. Wir sind auch von einigen Gruppen gefragt worden, ob sie bei uns mitmachen dürfen. So kommen diesmal die Rhönradler (seit Kaleidoskop 2010 hatten wir keinen gemeinsamen Auftritt mehr), die Clapkids der Musikschule Gilching und der Spielmanns- und Fanfarenzug Gilching als Gäste. Die Ballettschule ist sowieso mit dabei. Und die Indiengruppe Vikas sorgt, zu unserer Erleichterung, für Speis´ und Trank.
Wir haben uns entschieden, diesmal fünf Aufführungen zu präsentieren. Am Samstag findet nachmittags zusätzlich eine Aufführung statt, damit auch jüngere Kinder kommen können.

Jetzt folgt noch der Probenmarathon mit Probensamstagen und noch einem Probenwochenende bei uns in der Turnhalle. Natürlich übernachtet das Kreativteam in der Halle, und da entstehen dann oft die zündendsten Ideen für die Show bzw. werden auch Kostüme gemeinsam genäht. Folgt noch die intensive Probenwoche vor dem Event. Die Spannung steigt!


Karin Ganslmeier, Juni 2016

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